Creaming Curves zur Prognose künftiger Funde

Creaming Curves ist eine pfiffige Methode zur Prognose künftiger Ölfunde aus der Entwicklung des Explorationsaufwands.

Die Entwicklung der Neufunde lässt sich verwenden, um die noch zu erwartenden Funde zu prognostizieren. Dazu werden die kumulierten Funde ins Verhältnis zu den Probebebohrungen, die für die Funde notwendig waren, oder alternativ zur Anzahl der Ölfelder gesetzt. Die sich abzeichnende Kurve wird im Englischen Creaming Curve genannt (gesucht: deutscher Begriff). Die Creaming Curve wird extrapoliert und so eine Prognose der noch möglichen Funde erstellt.

 

Im Folgenden stelle ich eine Creaming Curve von Jean Laherrere vor, die er 2013 auf theoildrum veröffentlicht hat. Sein Vorgehen beschreibt er wie folgt:

„The ultimate reserves are those extrapolated from the creaming curve. In a creaming curve, the cumulative backdated 2P reserves (proved plus probable, with the mean value assumed) is plotted versus the cumulative number of discovered fields (or of the new field wildcats). The reserves in the creaming curve incorporate all past revisions and reserve hikes, attributed to the year of original discovery. Very few countries report production and reserves by field: the UK (DECC), Norway (NPD) and the US for the Federal offshore. Therefore, one has to rely on expensive scouting and scout databases, which are not available to the general public. But even then, the scout databases need to be corrected to estimate the actual “2P” reserves.“

Übersetzung:
Mit der creaming curve werden die Gesamtreserven extrapoliert. Um eine creaming curve zu erstellen, werden die kumulierten, rückdatierten 2P Reserven (proved + probable, Mittelwert angenommen) gegen die kumulierte Anzahl der entdeckten Ölfelder (oder Probebohrungen) aufgetragen. Die Reserven der creaming curve beinhalten alle bisher vorgenommenen Revisionen und Reserveerhöhungen, die dem Jahr der ursprünglichen Entdeckung zugeordnet sind. Nur sehr wenige Länder berichten die Ölproduktion und die Reserven nach Ölfeldern; das UK (DECC), Norwegen (NPD) und die US für die federal offshore Felder. Deshalb muss man sich auf teure scouting und scout Datenbanken verlassen, die der Allgemeinheit nicht zugänglich sind. Aber auch dann müssen die scout-Daten korrigiert werden, um eine Schätzung der tatsächlichen 2P Reserven zu erhalten.

Für Rohöl ohne Teersande, weltweit außer onshore US und Kanada, erhält er die creaming curve der folgenden Abbildung (grüne Linie: kumulierte Rohölreserven, gestrichelte grüne Linien: angepasste Extrapolationskurven):

creaming-curve-o-us-o-can-o-heav-480pxQuelle: Jean Laherrere 2013, Blog: theoildrum.com.

Er schätzt als Gesamtmenge eine Menge von 2.ooo Mrd Barrel. Für die US und Canada kommen nach anderen Schätzungen nocheinmal 200 Mrd Barrel dazu. In der Summe ergibt dies eine erwartete förderbare Ölmenge ohne Teersande von 2.200 Mrd Barrel.

Für die Diskussion gelten dieselben Argumente, wie für die Diskussion der neuen Funde (Datenlage, 2P-Reserven, Rückdatierung). Tendenziell wird durch eine unkorrigierte Rückdatierung die Größe der jüngeren Felder relativ kleiner geschätzt. Dieses Verfahren dürfte daher die Gesamtmenge etwas unterschätzen.

 

Links

Forecasting Production from Discovery
Creaming Curves zu ein paar Ländern. Artikel von J. Laherre.

 

 

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